DNS

A-Record im DNS verständlich erklärt: IPv4-Zuordnung

Der A-Record (kurz für Address Record) ist einer der grundlegendsten und am häufigsten verwendeten Einträge im Domain Name System (DNS). Seine Hauptaufgabe besteht darin, einen menschenlesbaren Hostnamen (z. B. allerate.com) direkt mit einer IPv4-Adresse (z. B. 192.0.2.1) zu verknüpfen. Ohne A-Records könnten Webbrowser keine Verbindung zu Webservern herstellen, da sie den physischen Standort des Servers im Internet nicht ermitteln könnten.

Der A-Record ist damit der Schlussstein der DNS-Auflösung: Nachdem die Nameserver-Hierarchie durchlaufen ist, liefert er die konkrete IPv4-Adresse. Für moderne, IPv6-fähige Dienste arbeitet er meist Hand in Hand mit dem AAAA-Record. Eine Gesamtübersicht aller Eintragstypen bietet der DNS-Leitfaden.

Aufbau und Syntax eines A-Records

Ein A-Record ist in einer DNS-Zonendatei in standardisierten Spalten strukturiert. Ein typischer Eintrag sieht wie folgt aus:

example.com.      3600    IN    A    192.0.2.1
  • Host/Name (example.com.): Die Domain oder Subdomain, für die der Eintrag gilt. Das Symbol @ wird in vielen DNS-Verwaltungen als Platzhalter für die nackte Root-Domain (Apex) verwendet.
  • Time to Live (TTL - 3600): Gibt in Sekunden an, wie lange ein DNS-Resolver (wie der Internet-Provider oder Google DNS) diesen Eintrag im Cache zwischenspeichern darf, bevor er ihn neu vom Nameserver abfragen muss. 3600 steht für eine Stunde.
  • Klasse (IN): Steht für Internet. Dies ist der Standard für fast alle modernen DNS-Einträge.
  • Typ (A): Identifiziert den Eintrag als IPv4-Adress-Record.
  • Wert/Ziel (192.0.2.1): Die IPv4-Adresse des Webservers oder Zielgeräts.

Lastverteilung via DNS Round Robin

Da Sie einer Domain mehrere A-Records mit unterschiedlichen IP-Adressen zuweisen können, lässt sich eine simple Form der Lastverteilung (Load Balancing) realisieren:

  1. Der Nameserver liefert bei einer Anfrage alle konfigurierten IP-Adressen aus.
  2. Die Reihenfolge der IP-Adressen wird bei jeder Abfrage rotiert.
  3. Der Webbrowser versucht in der Regel, die erste IP-Adresse zu kontaktieren. Schlägt dies fehl, weicht er auf die zweite aus (Ausfallsicherheit).

Typische Fehler bei A-Records

1. Konflikt mit CNAME-Records

Eine der wichtigsten DNS-Regeln besagt, dass für denselben Hostnamen nicht gleichzeitig ein CNAME-Record und ein A-Record existieren dürfen.

  • Falsch: www.example.com hat einen A-Record auf 192.0.2.1 und einen CNAME auf balou.tools. Dies führt zu unvorhersehbarem Auflösungsverhalten.

2. Zu lange TTL vor Server-Umzügen

Planen Sie eine Migration des Webservers auf eine neue IP-Adresse, müssen Sie die TTL des A-Records mindestens 24 Stunden vor dem Umzug drastisch senken (z. B. auf 300 Sekunden). Versäumen Sie dies, leiten viele Provider-Resolver Ihre Besucher noch stundenlang auf den alten, eventuell abgeschalteten Server um.

3. Syntaxfehler in der IP-Adresse

IPv4-Adressen müssen dem Standard entsprechen (vier Zahlenblöcke von 0 bis 255, getrennt durch Punkte). Tippfehler führen dazu, dass der Record ungültig wird und die Domain nicht mehr erreichbar ist.


A-Record im Vergleich zu verwandten Einträgen

In der Praxis wird der A-Record oft mit ähnlichen Eintragstypen verwechselt. Die folgende Tabelle ordnet ihn ein:

RecordVerweist aufTypischer Einsatz
AIPv4-AdresseDomain/Subdomain auf einen Server zeigen
AAAAIPv6-AdresseIPv6-Erreichbarkeit derselben Domain
CNAMEAnderen HostnamenAlias, z. B. www auf die Apex-Domain
CAAZertifizierungsstelleSteuert, wer TLS-Zertifikate ausstellen darf

Faustregel: Eine IP-Adresse gehört in einen A- oder AAAA-Record, ein Verweis auf einen anderen Namen in einen CNAME.


Praxisbeispiel: Eine kleine Zone mit A-Records

Eine typische Konfiguration für eine Domain mit Web- und Mailserver kombiniert mehrere A-Records:

; Apex-Domain auf den Webserver
example.com.        3600    IN    A    192.0.2.10
; www als eigener A-Record (alternativ CNAME)
www.example.com.    3600    IN    A    192.0.2.10
; Mailserver-Host, auf den der MX-Record zeigt
mail.example.com.   3600    IN    A    192.0.2.20

Wichtig: Der MX-Record selbst enthält keine IP-Adresse, sondern verweist auf den Hostnamen mail.example.com, der erst über diesen A-Record auflösbar wird. Fehlt der A-Record für den Mailserver, schlägt die Zustellung fehl.

[!TIP] Möchten Sie prüfen, ob Ihre Domain korrekt auf die richtige IP-Adresse zeigt und wie hoch die TTL eingestellt ist? Nutzen Sie das kostenlose Tool DNS Check auf balou.tools für eine sofortige Diagnose.

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Kann ein Hostname mehrere A-Records besitzen?

Ja. Wenn Sie einem Hostnamen mehrere A-Records mit unterschiedlichen IP-Adressen zuweisen, liefert der DNS-Server diese rotierend aus (DNS Round Robin). Dies wird für eine einfache Lastverteilung (Load Balancing) genutzt.

Was ist der Unterschied zwischen einem A-Record und einem AAAA-Record?

Ein A-Record verknüpft einen Hostnamen mit einer 32-Bit-IPv4-Adresse (z. B. `192.0.2.1`). Ein AAAA-Record verknüpft ihn mit einer 128-Bit-IPv6-Adresse (z. B. `2001:db8::1`).

Wie prüfe ich den A-Record einer Domain?

Mit dem Befehl `dig A example.com +short` oder `nslookup example.com` erhalten Sie die hinterlegte IPv4-Adresse. So lässt sich schnell prüfen, ob eine Domain auf den richtigen Server zeigt und ob die Änderung bereits propagiert ist.

Warum zeigt meine Domain nach einer Änderung noch die alte IP?

Das liegt fast immer an der TTL: Resolver speichern den alten A-Record so lange im Cache, wie die TTL angibt. Erst nach Ablauf dieser Zeit fragen sie den Nameserver erneut ab. Senken Sie die TTL daher vor geplanten Umzügen.