DNS

MX-Record im DNS verständlich erklärt: E-Mail-Routing

Der MX-Record (kurz für Mail Exchange Record) ist der DNS-Eintrag, der für die Zustellung von E-Mails verantwortlich ist. Er teilt anderen Mailservern im Internet mit, welche Server für den Empfang von E-Mails für eine bestimmte Domain (z. B. @allerate.com) zuständig sind. Ohne einen korrekt konfigurierten MX-Record können keine E-Mails an eine Domain zugestellt werden.

Der MX-Record ist Teil eines Zusammenspiels mehrerer DNS-Einträge, die über die Mail-Zustellbarkeit entscheiden. Während der MX-Record den Empfang steuert, sichern SPF, DKIM und DMARC die Authentizität versendeter Nachrichten ab. Eine vollständige Übersicht aller Record-Typen finden Sie im DNS-Leitfaden.

So findet eine E-Mail ihren Weg

Wenn ein Mailserver eine Nachricht an name@example.com zustellen soll, läuft im Hintergrund eine DNS-Abfrage ab:

  1. Der sendende Server fragt den DNS-Resolver nach den MX-Records von example.com.
  2. Er erhält eine Liste von Zielhosts mit Prioritäten und wählt den mit der niedrigsten Zahl.
  3. Für diesen Hostnamen löst er den zugehörigen A/AAAA-Record auf, um die IP-Adresse zu erhalten.
  4. Über diese IP baut er die SMTP-Verbindung auf und übergibt die Nachricht.

Schlägt ein Schritt fehl – etwa weil der Zielhost keinen A-Record besitzt – bricht die Zustellung ab oder weicht auf den nächsten MX aus.


Aufbau und Syntax eines MX-Records

In einer DNS-Zonendatei enthält ein MX-Eintrag zusätzlich eine Prioritätsstufe:

example.com.      3600    IN    MX    10    mail.example.com.
example.com.      3600    IN    MX    20    backupmail.example.com.
  • Host/Name (example.com.): Die Domain, für die E-Mails empfangen werden sollen.
  • Time to Live (TTL - 3600): Die Cache-Dauer.
  • Klasse (IN): Internet.
  • Typ (MX): Identifiziert den Eintrag als Mail Exchange Record.
  • Priorität (10 bzw. 20): Bestimmt die Reihenfolge, in der Mailserver kontaktiert werden. Ein niedrigerer Wert hat Vorrang.
  • Wert/Ziel (mail.example.com.): Der Name des zuständigen Mailservers.

Das Prioritätssystem und Backup-Server

Das Prioritätssystem bei MX-Records dient der Ausfallsicherheit. Im obigen Beispiel wird versucht, E-Mails zuerst an den Server mit der Priorität 10 (mail.example.com) zu senden.

  • Ist dieser Server erreichbar, wird die E-Mail zugestellt.
  • Ist der Server 10 wegen einer Störung oder Wartungsarbeiten offline, weicht der sendende Mailserver automatisch auf den Eintrag mit der nächsthöheren Priorität 20 (backupmail.example.com) aus.
  • Dieser Backup-Mailserver nimmt die E-Mail entgegen, speichert sie in einer Warteschlange (Queue) und stellt sie dem Primärserver zu, sobald dieser wieder online ist.

Die häufigsten Fehler bei MX-Records

  1. Direkte Angabe von IP-Adressen: Ein Eintrag wie 10 192.0.2.10 im MX-Wert ist ungültig. Es muss zwingend ein Hostname angegeben werden.
  2. Verweis auf CNAME-Records: Der im MX-Record angegebene Hostname darf nicht auf einen CNAME-Record verweisen, sondern muss direkt auf einen A- oder AAAA-Record zeigen. Dies verhindert Endlosschleifen bei der Auflösung.
  3. Fehlende A/AAAA-Records für den Mailserver: Wenn der MX-Record auf mail.example.com zeigt, dieser Name aber keinen entsprechenden A- oder AAAA-Record im DNS besitzt, können Absender die IP-Adresse des Mailservers nicht auflösen und brechen den Sendevorgang ab.
  4. Fehlkonfiguration bei Spam-Filtern: Wird ein externer Spam-Filter vorgeschaltet, muss der MX-Record auf den Filter verweisen und nicht mehr direkt auf den eigentlichen Mailserver.

MX-Record-Beispiele bekannter Anbieter

In der Praxis verweisen MX-Records meist auf die Infrastruktur eines E-Mail-Anbieters. Die folgende Übersicht zeigt typische Konfigurationen:

AnbieterBeispielhafter MX-EintragPriorität
Google Workspacesmtp.google.com.1
Microsoft 365example-com.mail.protection.outlook.com.0
Eigener Servermail.example.com.10
Backup-Serverbackupmail.example.com.20

Wichtig: Nach einem Anbieterwechsel müssen alte MX-Einträge vollständig entfernt werden. Bleiben veraltete Einträge mit niedriger Priorität bestehen, landen E-Mails beim falschen Server.


MX-Records und Mail-Zustellbarkeit

Ein korrekter MX-Record sorgt dafür, dass E-Mails überhaupt ankommen – ob sie im Posteingang oder im Spam landen, entscheiden hingegen die Authentifizierungs-Records. Das Zusammenspiel im Überblick:

RecordAufgabeRichtung
MXLegt fest, welcher Server E-Mails empfängtEmpfang
SPFDefiniert erlaubte sendende ServerVersand
DKIMSigniert E-Mails kryptografischVersand
DMARCRegelt den Umgang mit gefälschten MailsVersand
PTRReverse-DNS für die Sende-IPVersand

Fehlt eines dieser Puzzleteile, leidet die Zustellbarkeit. Für eine produktive Domain sollten daher immer alle fünf Einträge sauber gesetzt sein.

[!TIP] Fehlkonfigurationen bei MX-Records führen zu unzustellbaren E-Mails und Fehlern im Mailverkehr. Prüfen Sie die Mailserver-Zustellbarkeit und Reputation Ihrer Domain mit der Mail Deliverability Suite auf balou.tools.

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Darf eine IP-Adresse direkt in einem MX-Record eingetragen werden?

Nein. Laut RFC 2181 muss der Zielwert eines MX-Records immer ein Hostname (z. B. `mail.example.com`) sein, der wiederum über einen A- oder AAAA-Record auf eine IP-Adresse verweist.

Was passiert, wenn mehrere MX-Records dieselbe Priorität besitzen?

Wenn zwei Mailserver dieselbe Priorität aufweisen, verteilt der sendende Mailserver die Last (Load Balancing) gleichmässig auf beide Systeme.

Wie prüfe ich die MX-Records einer Domain?

Mit dem Befehl `dig MX example.com +short` oder `nslookup -type=mx example.com` lassen sich die MX-Einträge samt Prioritäten abfragen. Online-Werkzeuge zeigen zusätzlich, ob die Zielhosts gültige A/AAAA-Records besitzen und erreichbar sind.

Brauche ich einen MX-Record, wenn ich nur E-Mails sende?

Zum reinen Versenden ist technisch kein eigener MX-Record nötig, da dieser nur den Empfang steuert. Für Zustellbarkeit und Reputation sollten Sie aber dennoch SPF, DKIM und DMARC sowie einen passenden PTR-Record konfigurieren.

Was ist der Null-MX-Record?

Ein Null-MX (`0 .`) signalisiert nach RFC 7505 explizit, dass eine Domain keine E-Mails empfängt. Das verhindert Zustellversuche und reduziert Rückläufer bei Domains, die ausschliesslich für Webseiten genutzt werden.